Samstag, 15. August 2009
Donnerstag, 6.8. von Bernd K.
6. August 2009 (Donnerstag) ( Bernd ) Es ist morgen. Sehr früh bestimmt, auf jeden Fall zu früh um aufzustehen. Das Licht von draußen bricht scheine noch recht bläulich durch die Vorhänge hindurch, es ist also bestimmt noch dunkel. Also am besten zuerst einmal weiter schlafen. Und noch ein bisschen mehr gesund werden wollte ich ja auch. Aber da sind doch Stimmen. Draußen. Auf dem Flur und in der Küche. Kann das sein?Nochmal ein Blick zum Fenster. Ja es kann. Hinter den dicken Vorhängen wartet dickes, graues regnerisches Tageslicht darauf ins Zimmer gelassen zu werden.Tilli schläft noch. Andreas ist wach. Das Bad ist besetzt. Wie jeden Morgen. Dann eben doch zuerst in die Küche und ein kleines Frühstück aus Joghurt, Jungle Crunch und schwarzem Tee. Die Badtür geht auf – und wird bereits wieder geschlossen, bevor ich mich überhaupt zur Türe hin hatte umdrehen können. Also noch ein Tee und eine Schüssel Müsli. Derweil sitzt ein Teil von uns, unter anderem Thaddäus, Solveigh, Rebecca, Anna und Verena bereits aufbruchbereit und mehr oder weniger ungeduldig bei der Tür. In diesem Moment wird das Bad frei. Draußen wird in dieser Zeit über die bestmögliche Gestaltung des Tages beraten. Anne will, wie Verena am Vortag, zum Friseur. Wir müssen einkaufen. Süßigkeiten für die Kinder, Briefmarken und Postkarten. Und weil ich sowieso noch einen Pullover suchen wollte, gehts' mit Solveigh, Felix und Thembi zur Vangate Mall. Leider gab es dort weder einen Briefkasten noch einen Laden der Briefmarken, geschweige denn Postkarten verkauft hätte. Wir kommen eigentlich nur mit Süßigkeiten zurück und besuchen auf dem Rückweg noch Anne in dem Container, in dem sich der Friseur befindet. Sie wurde in der Zwischenzeit von einem Bekannten der Friseuse gewarnt, nach Möglichkeit lieber nicht alleine nach Hause zu gehen. Als wir zu hause eintreffen ist der Rest auch schon wieder von der Baustelle zurückgekehrt. Der Verputz war durch den Regen immer noch zu feucht um ihn überstreichen zu können. Der Rest des Tages braucht also ein neues Programm. Da fügt es sich wunderbar, dass das District Six Museum schon seit Tagen unseres Besuches harrt und das Wetter auch immer sonniger wird. Unser Bus wird auf halb zwei bestellt, so dass auch die mittlerweile heimgeholte Anne mitfahren kann. Könnte. Beim Einsteigen fällt uns auf, dass weder Zoleka noch irgendein Mitglied ihrer Familie zu Hause zu sein scheint. Irgendjemand von uns muss da bleiben und das Haus hüten. Aber wer? Die Wahl fällt schließlich auf Anne und Verena.Die Übrigen machen sich auf den Weg in die Stadt. Eine weiße Frau kann sich nur mit Mühe an den richtigen Weg zum Museum erinnern. Schließlich sind wir da.Das Museum befindet sich in einem alten Haus aus der viktorianischen Zeit. Drinnen findet sich auf dem Boden eine begehbare Karte des ehemaligen Kapstadter Stadtviertels District Six. Eine Empore aus weißen, gußeisernen Säulen läuft zu jeder Seite des Innenraums, durch bemalte Fenster fällt ein schon fast kirchliches Licht herein. Weiter hinten sind Straßenschilder des District Six zu einer Pyramide aufgebaut. Das ganze Museum vermittelt mit Bildern, Texten und nachgebauten Innenräumen, wie der District Six früher einmal ein – übrigens sehr schöner – Teil Kapstadts' war. Das multikulturelle Zusammenleben in diesem Stadtteil war seiner Zeit für das damalige Südafrika der 60er – 80er Jahre allerdings zu weit voraus. Wo sich Einjeder nur mit seinesgleichen gesellen durfte war kein Platz für Zusammenleben und so wurde der District Six zunächst zur „Whites Only Area“ erklärt und schließlich dem Niveau des Erdbodens angeglichen.Draußen vor der Türe schien mittlerweile die Sonne. Für einen Besuch beim Artverwandten Camp von Mothers Unite schien es allerdings schon etwas zu spät. So entschieden wir uns schließlich für eine, unter anderem auf Einkaufen in der Long Street ausgerichtete Tour durch Kapstadt City. So bekam wir alle nochmal Gelegenheit ins Internet zu schauen, Souvenirs zu suchen und ich nochmal eine Möglichkeit nach meinem schon so lange ersehnten Pullover zu suchen. Dank der Hilfe von Rebecca und Anna wurde ich sogar fündig. Die restlichen Ergebnisse der Tour durch Kapstadt waren der Fund einer deutschen Bäckerei mit original deutschen Muffins zu original deutschen Preisen, das Zusammentreffen mit einer Bettlerin, die gegen Ende unserer Unterhaltung ziemlich ausfallend wurde, der Genuss von Chicken Mc Nuggets und diversen Burgern für Tilli und Internet für den Rest der Gruppe.Schließlich waren wir alle wieder im Auto versammelt und konnten uns auf den Heimweg machen. Zu Hause warteten auf und neben den Daheimgebliebenen auch noch Nudeln, Tomaten, Karrotten und anderes Gemüse auf uns, um von Solveigh und mir zu einem Abendessen bestehens aus Nudeln und Tomatensoße verarbeitet zu werden.Nach dem Essen folgte noch ein kleiner Sitzkreis, bevor wir den Abend bei Lesen und Crunch spielen ausklingen ließen.
Mittwoch, 5.8. von Anna M.
06.08.09
Ich wache auf und mein erster Gedanke ist dass der vor mir liegende Tag kein guter werden kann. Meine Nase ist zu, mein Hals tut weh und den Anderen geht es auch nicht viel besser, einige unternehmen erst gar nicht den Versuch aufzustehen sondern bleiben mit Magenkrämpfen im Bett liegen.
Einige wenige Mutige machen sich auf zur Baustelle, um nachzusehen ob es irgendetwas zu tun gibt. Eigentlich hätten wir richtig viel Arbeit, die Wände des Büros, der Küche und die Außenfassade müssen gestrichen werden, doch durch das schlechte Wetter bleibt nichts anderes übrig als die Toiletten zu reinigen und das Streichen buchstäblich ins Wasser fallen zulassen.
Also bleibt uns nichts anderes übrig als zu Hause zu sitzen.
Einige versuchen durch Schlaf ihre Krankheiten auszukurieren, andere machen sich dran den gewaltigen Berg an Papierkram für die Dokumentation oder Organisationen wie Jugend hilft zu erledigen, auf halber Strecke lässt die Motivation jedoch nach, die Schreibarbeiten werden vertagt und die Aufmerksamkeit wird der zukochenden Kürbissuppe gewidmet (die auch wunderbar geschmeckt hat).
Am Abend werden Berichte geschrieben, Fotos werden selektiert, sogar der Versuch einen Film zu gucken wird unternommen, scheitert aber kläglich.
Stattdessen wird wie immer zusammen gesessen, es wird gelacht, geredet und Spiele gespielt (auf Englisch versteht sich).
Es dauert sehr lange bis einer den ersten Schritt macht und ins Bett geht. Vorher wird noch Sipiwi´s Lunchbox gepackt und Geschirr gespült.
Schließlich gehen alle, ein wenig frustriert von dem unbefriedigenden Tag, ins Bett.
von Anna M.
Ich wache auf und mein erster Gedanke ist dass der vor mir liegende Tag kein guter werden kann. Meine Nase ist zu, mein Hals tut weh und den Anderen geht es auch nicht viel besser, einige unternehmen erst gar nicht den Versuch aufzustehen sondern bleiben mit Magenkrämpfen im Bett liegen.
Einige wenige Mutige machen sich auf zur Baustelle, um nachzusehen ob es irgendetwas zu tun gibt. Eigentlich hätten wir richtig viel Arbeit, die Wände des Büros, der Küche und die Außenfassade müssen gestrichen werden, doch durch das schlechte Wetter bleibt nichts anderes übrig als die Toiletten zu reinigen und das Streichen buchstäblich ins Wasser fallen zulassen.
Also bleibt uns nichts anderes übrig als zu Hause zu sitzen.
Einige versuchen durch Schlaf ihre Krankheiten auszukurieren, andere machen sich dran den gewaltigen Berg an Papierkram für die Dokumentation oder Organisationen wie Jugend hilft zu erledigen, auf halber Strecke lässt die Motivation jedoch nach, die Schreibarbeiten werden vertagt und die Aufmerksamkeit wird der zukochenden Kürbissuppe gewidmet (die auch wunderbar geschmeckt hat).
Am Abend werden Berichte geschrieben, Fotos werden selektiert, sogar der Versuch einen Film zu gucken wird unternommen, scheitert aber kläglich.
Stattdessen wird wie immer zusammen gesessen, es wird gelacht, geredet und Spiele gespielt (auf Englisch versteht sich).
Es dauert sehr lange bis einer den ersten Schritt macht und ins Bett geht. Vorher wird noch Sipiwi´s Lunchbox gepackt und Geschirr gespült.
Schließlich gehen alle, ein wenig frustriert von dem unbefriedigenden Tag, ins Bett.
von Anna M.
Donnerstag, 6. August 2009
Dienstag, 4.8. von Susanne M.
04.08.09
Mal wieder stehe ich um sieben Uhr auf, um stressfrei und in aller Ruhe meinen Morgen zu beginnen. Die Motivation sich so früh aus dem Bett zu reißen ist diesmal besonders groß, denn wenn die fleißigen Arbeiter bis Mittag ihre Aufgaben erfüllt haben, steht Robben Island für das Nachmittagsprogramm an. Auf dieser ehemaligen Gefängnisinsel war Südafrikas erster schwarzer Präsident fast zwei Jahrzehnte inhaftiert, also ein Stück Geschichte, was sich die Hälfte der Gruppe nicht entgehen lassen will, aber entgehen lassen muss.
Warum?
Freundlich werden wir morgens durch eine SMS über den starken Wellengang informiert. Die Fahrt auf der Fähre zur Insel ist also abgesagt. Nun gut, dann werden wir uns eben den ganzen Tag lang den Streicharbeiten widmen.
Der Flur wird weiter vom inoffiziellen Bauchef Felix mit viel Hingabe verputzt und die Außenwände des Neubaus sollen heute die zweite Schicht Farbe erhalten.
Zu Beginn ignorieren wir noch sehr erfolgreich die katastrophalen Wetterbedingungen bis wir einsehen, dass es sogar uns Idealisten nicht gelingen kann die Farbe bei Regen und Wind anzubringen.
Das heißt wir vertagen unsere Arbeit auf morgen. Mal wieder. Wie immer. Wie viele Tage haben wir noch? Ach, ich möchte das lieber nicht wissen. Wir versuchen die Enttäuschung in einen neuerstellten Zeitplan zu verdrängen, der als Mutmacher fungieren soll. Denn große Pläne schmieden können wir weiterhin sehr gut.
Zum schlechten Wetter kommen weitere Krankheitsfälle hinzu, die das Haus zu einer Virussammelstelle umwandeln. Hier ist alles dabei: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erkältung und der ein oder andere schlechte Witz über die Schweinegrippe bekommt seine Aufmerksamkeit.
Das Stichwort „Vangatemal“ kann schließlich wieder einige in bessere Stimmung versetzen. Konsum soll bei Frust bekanntlich wahre Wunder bewirken und auch die Herren der Schöpfung können sich gegen das Klischee behaupten und haben am Ende Materielles vorzuzeigen.
Am Abend lassen wir uns von Andreas und Bernd mit Pfannekuchen verwöhnen. Das kleine Festmahl leitet unseren Sitzkreis ein, der unser Bewusstsein für unsere Arbeit und unsere Position für diese drei Woche hier in der Gemeinde zu schärfen. Dabei hören wir gespannt Thembi, Zolekhas Sohn, und Sphiwe, sein Cousin zu, die ihre Meinung zur Nachhaltigkeit des Projekts ausdrücken. Ikwezi Lokusa, als besonderer Kindergarten, gibt Kindern aus der Gemeinde eine Struktur im Alltag, die das soziale Miteinander lernen anstatt ziellos auf der Straße zu spielen. Denn Langeweile kann so manch einen nutzlosen Gedanken wachrufen. Aber nicht nur Zuversicht und Optimismus kommt zum Ausdruck. Thembi äußert sich auch kritisch zu unserer eigenen „Verputzaktion“.
Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen einen Bewohner aus der Gemeinde Tambo Village zu fragen, ob er uns beim Verputzen der Wände hilft. Dies hätte nicht nur zu einer schöneren Gestaltung der Wände geführt, sondern hätte auch zur besseren Verständigung zwischen der Community und unserer Gruppe beigetragen.
Dieses Gespräch hat mich persönlich noch zu vielen Gedankengängen und neuen Fragestellungen bewegt und ich glaube, ich kann für alle schreiben, dass wir uns heute ebenso bewusster geworden sind über die Wichtigkeit und Bedeutung des Perspektivenwechsels.
Mal wieder stehe ich um sieben Uhr auf, um stressfrei und in aller Ruhe meinen Morgen zu beginnen. Die Motivation sich so früh aus dem Bett zu reißen ist diesmal besonders groß, denn wenn die fleißigen Arbeiter bis Mittag ihre Aufgaben erfüllt haben, steht Robben Island für das Nachmittagsprogramm an. Auf dieser ehemaligen Gefängnisinsel war Südafrikas erster schwarzer Präsident fast zwei Jahrzehnte inhaftiert, also ein Stück Geschichte, was sich die Hälfte der Gruppe nicht entgehen lassen will, aber entgehen lassen muss.
Warum?
Freundlich werden wir morgens durch eine SMS über den starken Wellengang informiert. Die Fahrt auf der Fähre zur Insel ist also abgesagt. Nun gut, dann werden wir uns eben den ganzen Tag lang den Streicharbeiten widmen.
Der Flur wird weiter vom inoffiziellen Bauchef Felix mit viel Hingabe verputzt und die Außenwände des Neubaus sollen heute die zweite Schicht Farbe erhalten.
Zu Beginn ignorieren wir noch sehr erfolgreich die katastrophalen Wetterbedingungen bis wir einsehen, dass es sogar uns Idealisten nicht gelingen kann die Farbe bei Regen und Wind anzubringen.
Das heißt wir vertagen unsere Arbeit auf morgen. Mal wieder. Wie immer. Wie viele Tage haben wir noch? Ach, ich möchte das lieber nicht wissen. Wir versuchen die Enttäuschung in einen neuerstellten Zeitplan zu verdrängen, der als Mutmacher fungieren soll. Denn große Pläne schmieden können wir weiterhin sehr gut.
Zum schlechten Wetter kommen weitere Krankheitsfälle hinzu, die das Haus zu einer Virussammelstelle umwandeln. Hier ist alles dabei: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erkältung und der ein oder andere schlechte Witz über die Schweinegrippe bekommt seine Aufmerksamkeit.
Das Stichwort „Vangatemal“ kann schließlich wieder einige in bessere Stimmung versetzen. Konsum soll bei Frust bekanntlich wahre Wunder bewirken und auch die Herren der Schöpfung können sich gegen das Klischee behaupten und haben am Ende Materielles vorzuzeigen.
Am Abend lassen wir uns von Andreas und Bernd mit Pfannekuchen verwöhnen. Das kleine Festmahl leitet unseren Sitzkreis ein, der unser Bewusstsein für unsere Arbeit und unsere Position für diese drei Woche hier in der Gemeinde zu schärfen. Dabei hören wir gespannt Thembi, Zolekhas Sohn, und Sphiwe, sein Cousin zu, die ihre Meinung zur Nachhaltigkeit des Projekts ausdrücken. Ikwezi Lokusa, als besonderer Kindergarten, gibt Kindern aus der Gemeinde eine Struktur im Alltag, die das soziale Miteinander lernen anstatt ziellos auf der Straße zu spielen. Denn Langeweile kann so manch einen nutzlosen Gedanken wachrufen. Aber nicht nur Zuversicht und Optimismus kommt zum Ausdruck. Thembi äußert sich auch kritisch zu unserer eigenen „Verputzaktion“.
Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen einen Bewohner aus der Gemeinde Tambo Village zu fragen, ob er uns beim Verputzen der Wände hilft. Dies hätte nicht nur zu einer schöneren Gestaltung der Wände geführt, sondern hätte auch zur besseren Verständigung zwischen der Community und unserer Gruppe beigetragen.
Dieses Gespräch hat mich persönlich noch zu vielen Gedankengängen und neuen Fragestellungen bewegt und ich glaube, ich kann für alle schreiben, dass wir uns heute ebenso bewusster geworden sind über die Wichtigkeit und Bedeutung des Perspektivenwechsels.
Montag, 3.8. von Solveigh Borlinghaus
Montag –der Tag nach der Party.
Ohwaia, ich glaube, es gab niemandem dem Tillis Geburtstagsparty vom Vortag nicht noch in den Knochen gesteckt hätte –hätten wir bloß am Samstag rein statt am Sonntag rausgefeiert. Wie dem auch sei. Zumindest ich musste früh raus, um zusammen mit Thembi Zoleka ans kapstadter Waldorfinstitut zu fahren (momentan noch Zolekas Hauptarbeitsplatz). Thembi musste mit, um das Auto zurück zu fahren und ich musste mit, weil ich einen Führerschein habe, den ich im Fall von Kontrolle oder Unfall hätte vorweisen können. Äh. Schon klar... Zoleka ist dieses Jahr nicht so freizügig mit ihrem Auto wie letztes Jahr –der Motor knattert und pufft und vor allem sie und ich sind froh, wenn es diese Woche noch überlebt.
Wieder zurück galt es den Rest der Mannschaft aus dem Bett und and die Baustelle zu transferieren. Schon hier meldeten sich einige krank und auch ich fühlte mich eher zum erbrechen.
Die Anzeichen standen auch weiter auf rot. Als Thembi und ich den bei uns beiden nicht sonderlich beliebten aber dabei fast allmorgendlichen Einkaufstrip starteten mussten wir zu allererst feststellen, dass unser Workcampkonto nicht mehr gewillt zu sein schien, uns weiter Geld auszuspucken. Wir probierten verschiedene Banken und verschiedene Automaten –genug Zeit für mich, um nervös zu werden. Allgemein haben wir das Problem, mehr Geld zu benötigen (und auch mehr Geld zur Verfügung zu haben), als wir täglich abheben können (limitiert auf R 6.000) und die Aussicht nun überhaupt kein Geld mehr abheben zu können, war mir alles andere als willkommen. (Das Problem löste sich am nächsten Tag, indem der ATM wieder Geld ausspuckte. Zur Erklärung scheint mir Thaddäus’ These am plausibelsten, dass sich die Limitierung jeweils auf 24 Stunden beziehen muss.)
Zurück auf der Baustelle lieferten wir die Materialien ab, die wir noch mit unserem alten Geld hatten erstehen können, aber dann hielt ich es nicht mehr lange aus und musste zurück, um mich wie so viele andere auch zu übergeben und dann ins Bett zu legen.
Als ich um sechs Uhr abends wieder aufwachte erwarteten mich einige freudige Neuigkeiten: Die Gruppe war zurück und hatte von nicht wenigen Erfolgen zu berichten: Sie hatten den ersten der beiden Räume komplett fertig verputzt und außen die Grundierung fertig. Wow, so langsam nahm die Sache gestalt an. Überhaupt kann man die Arbeit wohl nicht genug loben, wenn man bedenkt, dass, als Tom und Felix vor fast exakt 3 Wochen die aller ersten auf der Baustelle waren noch kein Stein auf dem anderen stand.
Auch der Abend sollte noch einige Erfolgserlebnisse bringen. Zuerst gab es Lasagne von Zoleka (gelungene Mahlzeiten sind dieses Jahr gezählt: Mittags wird nicht wie letztes Jahr für uns gekocht sondern wir begnügen uns mit mäßigen Sandwiches auf der Baustelle und auch für abends findet sich kaum mal jemand, der der Kochherausforderung wirklich gewachsen wäre). Nach dem Abendessen stellte sich einer meiner Lieblingsmomente ein: Alle sind müde und satt im Wohnzimmer versammelt, aber durch den erfolgreichen Tag auf der Baustelle noch immer motiviert, um im Stuhlkreis über Aktuelles und weitere Arbeitsschritte zu sprechen. Zunächst beeindruckte Susi mit ihrem Tageswerk: ein allumfassendes und durchdachtes Konzept für unsere gemeinsame Dokumentation und danach ging es wieder einmal um das Für und Wider bezüglich des geplanten Freizeitprogramms für Dienstag. Bei letzterem Punkt wiesen einige darauf hin, dass die geplante Robben Island Tour angesichts der bevorstehenden Arbeit wohl nicht sehr angebracht sei, und man einigte sich darauf, dass doch die, die gehen wollen würden schon zwischen 8 und 8:30 mit der Arbeit beginnen sollten, der Rest dafür etwas länger schlafen dürfe und dafür am Nachmittag arbeiten müsse.
Im Anschluss an den allgemeinen Stuhlkreis (übrigens laufen diese zumeist auf Deutsch ab) gab es noch eine weitere Besprechung, an der alle teilnahmen, die sich für Tage in Berlin verantwortlich fühlen (obwohl nur 5 mitkommen können, waren da: Susi, Verena, Andreas, Thaddäus, ich, Anna und Felix). Netterweise haben sich Anna, Susi und Verena bereiterklärt die erbetenen Stellwände zu gestalten, Fotos zu selektieren und die nötigen Texte zu verfassen.
Als alles besprochen war und alle genug hatten von Thaddäus’ und Felix’ Witzen, die sich der Besprechung anschlossen, war es elf. Nun trat eine der typischen Situationen ein: Siphiwe, von der Arbeit zurück, beginnt durch Musik und Späße im Wohnzimmer für Atmosphäre und Stimmung zu sorgen und keiner will mehr ins Bett. Normalerweise überlasse ich der Gruppe immer gänzlich, wann wer ins Bett geht (und bisher hat auch immer noch jeder, auch die die schon Nächte durchgemacht haben am nächsten Tag voll mitgearbeitet), doch dieses Mal hatten wir besprochen, einigermaßen zeitig ins Bett zu gehen (alle hatten gleich wenig geschlafen und den vorherigen Tag noch gleichermaßen in den Knochen) und ich beschloss nach kurzem Einverständnis den Abend durch Abdrehen der Musik zu einem einigermaßen abrupten Ende zu bringen. Die Lösung war wohl ganz praktisch, weil so jeder sicher gehen konnte, dass er nichts mehr verpassen würde. Es ist halt immer das gleiche: Die Zeit vergeht so schnell, die Tage sind so kurz und vor allem abends gibt es stets Befürchtungen, dass es doch noch etwas zu verpassen geben könnte.
Ausblick über das Workcamp hinaus:
Immer wieder beeindruckt mich die große Einsatzbereitschaft von allen. Wobei wir uns dieses Jahr aber auch besonders viel vorgenommen haben:
o unsere Dokumentation soll sehr ausführlich werden
o 2 Filme sind in Arbeit
o im Oktober sind fünf von uns in Berlin, um die Auszeichnung durch Children-for-a-better-World e.V. als eines der acht besten deutschen Jugendprojekte entgegen zu nehmen.
o wir wollen uns auf den 1. September für den Unesco Dekade-Titel für Nachhaltige Bildungsprojekte bewerben
o wir wollen uns für das nächste Jahr bei dem EU-Programm „Youth in Action“ um Spendengelder bemühen.
o Bilderabende sollen schon jetzt geplant werden
o Artikel für Internet und verschiedene Zeitungen sollen verfasst werden
o sobald wie möglich soll ein Nachtreffen stattfinden
o und, und, und...
Ohwaia, ich glaube, es gab niemandem dem Tillis Geburtstagsparty vom Vortag nicht noch in den Knochen gesteckt hätte –hätten wir bloß am Samstag rein statt am Sonntag rausgefeiert. Wie dem auch sei. Zumindest ich musste früh raus, um zusammen mit Thembi Zoleka ans kapstadter Waldorfinstitut zu fahren (momentan noch Zolekas Hauptarbeitsplatz). Thembi musste mit, um das Auto zurück zu fahren und ich musste mit, weil ich einen Führerschein habe, den ich im Fall von Kontrolle oder Unfall hätte vorweisen können. Äh. Schon klar... Zoleka ist dieses Jahr nicht so freizügig mit ihrem Auto wie letztes Jahr –der Motor knattert und pufft und vor allem sie und ich sind froh, wenn es diese Woche noch überlebt.
Wieder zurück galt es den Rest der Mannschaft aus dem Bett und and die Baustelle zu transferieren. Schon hier meldeten sich einige krank und auch ich fühlte mich eher zum erbrechen.
Die Anzeichen standen auch weiter auf rot. Als Thembi und ich den bei uns beiden nicht sonderlich beliebten aber dabei fast allmorgendlichen Einkaufstrip starteten mussten wir zu allererst feststellen, dass unser Workcampkonto nicht mehr gewillt zu sein schien, uns weiter Geld auszuspucken. Wir probierten verschiedene Banken und verschiedene Automaten –genug Zeit für mich, um nervös zu werden. Allgemein haben wir das Problem, mehr Geld zu benötigen (und auch mehr Geld zur Verfügung zu haben), als wir täglich abheben können (limitiert auf R 6.000) und die Aussicht nun überhaupt kein Geld mehr abheben zu können, war mir alles andere als willkommen. (Das Problem löste sich am nächsten Tag, indem der ATM wieder Geld ausspuckte. Zur Erklärung scheint mir Thaddäus’ These am plausibelsten, dass sich die Limitierung jeweils auf 24 Stunden beziehen muss.)
Zurück auf der Baustelle lieferten wir die Materialien ab, die wir noch mit unserem alten Geld hatten erstehen können, aber dann hielt ich es nicht mehr lange aus und musste zurück, um mich wie so viele andere auch zu übergeben und dann ins Bett zu legen.
Als ich um sechs Uhr abends wieder aufwachte erwarteten mich einige freudige Neuigkeiten: Die Gruppe war zurück und hatte von nicht wenigen Erfolgen zu berichten: Sie hatten den ersten der beiden Räume komplett fertig verputzt und außen die Grundierung fertig. Wow, so langsam nahm die Sache gestalt an. Überhaupt kann man die Arbeit wohl nicht genug loben, wenn man bedenkt, dass, als Tom und Felix vor fast exakt 3 Wochen die aller ersten auf der Baustelle waren noch kein Stein auf dem anderen stand.
Auch der Abend sollte noch einige Erfolgserlebnisse bringen. Zuerst gab es Lasagne von Zoleka (gelungene Mahlzeiten sind dieses Jahr gezählt: Mittags wird nicht wie letztes Jahr für uns gekocht sondern wir begnügen uns mit mäßigen Sandwiches auf der Baustelle und auch für abends findet sich kaum mal jemand, der der Kochherausforderung wirklich gewachsen wäre). Nach dem Abendessen stellte sich einer meiner Lieblingsmomente ein: Alle sind müde und satt im Wohnzimmer versammelt, aber durch den erfolgreichen Tag auf der Baustelle noch immer motiviert, um im Stuhlkreis über Aktuelles und weitere Arbeitsschritte zu sprechen. Zunächst beeindruckte Susi mit ihrem Tageswerk: ein allumfassendes und durchdachtes Konzept für unsere gemeinsame Dokumentation und danach ging es wieder einmal um das Für und Wider bezüglich des geplanten Freizeitprogramms für Dienstag. Bei letzterem Punkt wiesen einige darauf hin, dass die geplante Robben Island Tour angesichts der bevorstehenden Arbeit wohl nicht sehr angebracht sei, und man einigte sich darauf, dass doch die, die gehen wollen würden schon zwischen 8 und 8:30 mit der Arbeit beginnen sollten, der Rest dafür etwas länger schlafen dürfe und dafür am Nachmittag arbeiten müsse.
Im Anschluss an den allgemeinen Stuhlkreis (übrigens laufen diese zumeist auf Deutsch ab) gab es noch eine weitere Besprechung, an der alle teilnahmen, die sich für Tage in Berlin verantwortlich fühlen (obwohl nur 5 mitkommen können, waren da: Susi, Verena, Andreas, Thaddäus, ich, Anna und Felix). Netterweise haben sich Anna, Susi und Verena bereiterklärt die erbetenen Stellwände zu gestalten, Fotos zu selektieren und die nötigen Texte zu verfassen.
Als alles besprochen war und alle genug hatten von Thaddäus’ und Felix’ Witzen, die sich der Besprechung anschlossen, war es elf. Nun trat eine der typischen Situationen ein: Siphiwe, von der Arbeit zurück, beginnt durch Musik und Späße im Wohnzimmer für Atmosphäre und Stimmung zu sorgen und keiner will mehr ins Bett. Normalerweise überlasse ich der Gruppe immer gänzlich, wann wer ins Bett geht (und bisher hat auch immer noch jeder, auch die die schon Nächte durchgemacht haben am nächsten Tag voll mitgearbeitet), doch dieses Mal hatten wir besprochen, einigermaßen zeitig ins Bett zu gehen (alle hatten gleich wenig geschlafen und den vorherigen Tag noch gleichermaßen in den Knochen) und ich beschloss nach kurzem Einverständnis den Abend durch Abdrehen der Musik zu einem einigermaßen abrupten Ende zu bringen. Die Lösung war wohl ganz praktisch, weil so jeder sicher gehen konnte, dass er nichts mehr verpassen würde. Es ist halt immer das gleiche: Die Zeit vergeht so schnell, die Tage sind so kurz und vor allem abends gibt es stets Befürchtungen, dass es doch noch etwas zu verpassen geben könnte.
Ausblick über das Workcamp hinaus:
Immer wieder beeindruckt mich die große Einsatzbereitschaft von allen. Wobei wir uns dieses Jahr aber auch besonders viel vorgenommen haben:
o unsere Dokumentation soll sehr ausführlich werden
o 2 Filme sind in Arbeit
o im Oktober sind fünf von uns in Berlin, um die Auszeichnung durch Children-for-a-better-World e.V. als eines der acht besten deutschen Jugendprojekte entgegen zu nehmen.
o wir wollen uns auf den 1. September für den Unesco Dekade-Titel für Nachhaltige Bildungsprojekte bewerben
o wir wollen uns für das nächste Jahr bei dem EU-Programm „Youth in Action“ um Spendengelder bemühen.
o Bilderabende sollen schon jetzt geplant werden
o Artikel für Internet und verschiedene Zeitungen sollen verfasst werden
o sobald wie möglich soll ein Nachtreffen stattfinden
o und, und, und...
Sonntag, 2.8. von Verena Maass
Sonntag 2.8.09
Der letzte Sonntag, den wir hier in Tambo Village verbringen dürfen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Endlich wieder! Tragischer Weise haben wir die Qual der Wahl uns noch im Halbschlaf zwischen Robben Island und dem Kap der guten Hoffnung entscheiden zu müssen. Letzteres setzt sich durch und wir planen Robben Island für Dienstagnachmittag ein.
So kann es also losgehen und vier tapfere, müde Krieger namens Solveigh, Thaddäus und die beiden Verenas machen sich auf, wie es sich für einen Sonntag gehört, die Kirche in unserem Township zu besuchen. Mehr Weiße, als wir erwartet haben (aus England und Amerika). Und als der Gottesdienst beginnt, sind wir begeistert. Alle beginnen nach und nach aus den Reihen zu tanzen und sich zu den Liedern zu bewegen. In dem Saal, der an eine schickere Turnhalle erinnert, spielt auf einer kleinen Bühne eine Band. Im Hintergrund hängt eine Leinwand mit dem Liedtext darauf, damit auch alle die Hände zum tanzen frei haben. Eine tolle Stimmung herrscht. Auch der Weiße Pfarrer ist mit Übereifer dabei und predigt euphorisch.
Beim Hinausgehen übermannt uns aus dem Zelt neben der Halle dröhnende Musik: Kindergottesdienst. Natürlich schauen wir da rein und werden sofort mitgerissen. Wie die Kinder bei uns ruhig sein und sitzen sollen, so werden sie hier aufgestachelt. Ein heilloses Durcheinander. Die Kinder hüfen, tanzen, schreien so laut sie können. Scheint Spaß zu machen, also warum nicht ausprobieren – es macht Spaß! Wie im Flug vergehen die 2 Stunden in der Kirche und wir eilen nach Hause, wo schon die anderen warten um ans Kap zu gehen.
Nach langem Hin und Her (bis auch jeder seine 7 Sachen beisammen hat) kommen wir endlich los und fahren mit dem abenteuerlichen Bustaxi aus dem vorigen Jhdt in Richtung Kap. Zum Glück hat Felix seine Musikboxen und Anne ihren MP3 Player dabei, denn die Fahrt dauert wirklich lange.
Auf der Strecke liegt der kleine Hafen Simon’s Town. Ein wunderschöner Sandstrand mit Felsformationen, Granitblöcken. Und obwohl manche nicht zum ersten Mal hier sind, finden wir den Hintereingang zum Boulders Beach nicht auf Anhieb, d.h. wohl doch Eintritt bezahlen... Lohnt sich aber. So nah und in Freiheit habe ich noch nie Pinguine gesehen. Man erkennt, dass sie sich wohl fühlen. Von Baby- bis Omapinguine, alle Altersstufen sind vorhanden.
Kurze Zeit später befinden wir uns schon wieder im Bus, denn es ist noch eine gute Strecke bis zu unserem Ziel. Es bleibt nicht einmal mehr Zeit zum gemütlichen Mittagessen. Doch wir sind ja mittlerweile einiges gewohnt und in der Lage zu improvisieren: Ich schneide Brot, Rebecca ist für Aufstrich zuständig, Anne für Wurst und Käse. Wie am Fließband werden Brote angefertigt, bis alle Mäuler gestopft sind und Ruhe einkehrt.
„Ein Affeeeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!“ Alle starren überrascht aus dem Fenster, als am Straßenrand ein Baboon sitzt. In aller Ruhe sitzt er da, als Autos an ihm vorbei brausen. Wir hingegen verlieren fast die Insassen, als die Tür mal wieder nicht in ihrem Schloss verharren will. Anna und Thembi müssen ihre Füße dagegen stemmen. Schon eigenartig, dass keiner mehr groß über solche Ereignisse beunruhigt ist. Vielleicht liegt es an der Gelassenheit unserer Afrikanischer Begleiter, Thembi, Khusta und Simpewe, vielleicht sind wir aber auch langsam diesen Verkehrsmitteln gegenüber so abgestumpft, dass uns nichts mehr so leicht aus der Fassung bringen kann.
Am Eingang zum National Park zum Kap der guten Hoffnung erwarten uns übermäßig hohe Preise, die wir widerwillig bezahlen um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Schon auf dem Weg zum Parkplatz sehen wir, dass sich der Preis mehr als gelohnt hat. Die Aussicht ist der Wahnsinn und der Weg hinaus auf die Felsklippen wunderschön. Ein atemberaubender Ausblick bietet sich uns von dort aus auf den weiten Ozean. Wäre es nicht schon spät und kühl, hätte von uns mit Sicherheit niemand etwas gegen eine Runde im Wasser gehabt. Helle Sandstrände und türkisgrünes bis dunkelblaues Nass erstrecken sich in der Tiefe.
Zu schnell müssen wir unseren Rückweg antreten und fahren in einen orangeroten Sonnenuntergang, der sich über den Horizont erstreckt.
In Afrika dauert die Dämmerung nicht so lange an und es wird schneller dunkel. Manche müde Knochen schlafen dann ein und werden, wie heute der Fall, von einem lauten Aufschrei geweckt. Dank einem der Vollbremsung gleichenden Bremsen werden die Affen, die vor uns die Straße besiedeln, verschont. Ein ganzes Rudel überquert die Straße, rettet sich auf die Felsen am linken Straßenrand und wird von unserem Blitzlichthagel überschattet. Scheint ihnen aber nichts auszumachen – in einer Seelenruhe laufen sie auf den Felsen entlang. Auch eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Rücken können wir entdecken.
Nach einen spektakulären Wendemanöver, das unsere Glieder in eine Art Leichenstarre versetzt, können wir wieder weiter. (Die Straße war etwa so breit wie unser Bus lang, links Felsen, rechts Abgrund: wir wenden.....)
Bei Zoleka angekommen geht’s schnell ans Umziehen. Lange Unterhosen, 2 Paar Socken, Mütze, Schal und auf geht’s zu Lloyds Grillparty.
Als wir dort ankommen werden wir herzlichst empfangen und bekommen für unsere ausgehungerten Mägen erstmal ein paar Snacks (Kekse mit Dip zum Appetit anregen^^) Zum Essen gibt es nach längerem Warten Lamm und Hähnchen. Gegrillt, versteht sich. Spektakulär nur dies anzusehen und entzieht sich jeder Beschreibung. Nicht zu vergessen, es hat gut geschmeckt (für diejenigen, die sich getraut haben). Für Vegetarier hab es gegrillte Kartoffeln und Pilze.
Nun waren wir wieder gestärkt für gut Gespräche, Tillys Geburtstagsständchen, Straßentänze und Partyyy.
Nach Hause torkelnde Passanten hatten auch ihren Spaß bei uns und stellten unsere Tanzbemühungen in den Schatten. Als eine Oma auf der Straße herumhüpfte war es um uns geschehen. Unglaublich wie fit und vor allem lebendig es hier zugeht.
Leider waren wir selbst durch den ereignisreichen Tag nicht mehr so lebendig und machten uns bald schon auf den Heimweg ins Bettchen.
So schnell verging dieser Sonntag, viel zu schnell, wie die meisten Tage...
Hiermit möchte ich meine Familie und Freunde grüßen und alle die mich kennen :)
Verena M.
Der letzte Sonntag, den wir hier in Tambo Village verbringen dürfen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Endlich wieder! Tragischer Weise haben wir die Qual der Wahl uns noch im Halbschlaf zwischen Robben Island und dem Kap der guten Hoffnung entscheiden zu müssen. Letzteres setzt sich durch und wir planen Robben Island für Dienstagnachmittag ein.
So kann es also losgehen und vier tapfere, müde Krieger namens Solveigh, Thaddäus und die beiden Verenas machen sich auf, wie es sich für einen Sonntag gehört, die Kirche in unserem Township zu besuchen. Mehr Weiße, als wir erwartet haben (aus England und Amerika). Und als der Gottesdienst beginnt, sind wir begeistert. Alle beginnen nach und nach aus den Reihen zu tanzen und sich zu den Liedern zu bewegen. In dem Saal, der an eine schickere Turnhalle erinnert, spielt auf einer kleinen Bühne eine Band. Im Hintergrund hängt eine Leinwand mit dem Liedtext darauf, damit auch alle die Hände zum tanzen frei haben. Eine tolle Stimmung herrscht. Auch der Weiße Pfarrer ist mit Übereifer dabei und predigt euphorisch.
Beim Hinausgehen übermannt uns aus dem Zelt neben der Halle dröhnende Musik: Kindergottesdienst. Natürlich schauen wir da rein und werden sofort mitgerissen. Wie die Kinder bei uns ruhig sein und sitzen sollen, so werden sie hier aufgestachelt. Ein heilloses Durcheinander. Die Kinder hüfen, tanzen, schreien so laut sie können. Scheint Spaß zu machen, also warum nicht ausprobieren – es macht Spaß! Wie im Flug vergehen die 2 Stunden in der Kirche und wir eilen nach Hause, wo schon die anderen warten um ans Kap zu gehen.
Nach langem Hin und Her (bis auch jeder seine 7 Sachen beisammen hat) kommen wir endlich los und fahren mit dem abenteuerlichen Bustaxi aus dem vorigen Jhdt in Richtung Kap. Zum Glück hat Felix seine Musikboxen und Anne ihren MP3 Player dabei, denn die Fahrt dauert wirklich lange.
Auf der Strecke liegt der kleine Hafen Simon’s Town. Ein wunderschöner Sandstrand mit Felsformationen, Granitblöcken. Und obwohl manche nicht zum ersten Mal hier sind, finden wir den Hintereingang zum Boulders Beach nicht auf Anhieb, d.h. wohl doch Eintritt bezahlen... Lohnt sich aber. So nah und in Freiheit habe ich noch nie Pinguine gesehen. Man erkennt, dass sie sich wohl fühlen. Von Baby- bis Omapinguine, alle Altersstufen sind vorhanden.
Kurze Zeit später befinden wir uns schon wieder im Bus, denn es ist noch eine gute Strecke bis zu unserem Ziel. Es bleibt nicht einmal mehr Zeit zum gemütlichen Mittagessen. Doch wir sind ja mittlerweile einiges gewohnt und in der Lage zu improvisieren: Ich schneide Brot, Rebecca ist für Aufstrich zuständig, Anne für Wurst und Käse. Wie am Fließband werden Brote angefertigt, bis alle Mäuler gestopft sind und Ruhe einkehrt.
„Ein Affeeeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!“ Alle starren überrascht aus dem Fenster, als am Straßenrand ein Baboon sitzt. In aller Ruhe sitzt er da, als Autos an ihm vorbei brausen. Wir hingegen verlieren fast die Insassen, als die Tür mal wieder nicht in ihrem Schloss verharren will. Anna und Thembi müssen ihre Füße dagegen stemmen. Schon eigenartig, dass keiner mehr groß über solche Ereignisse beunruhigt ist. Vielleicht liegt es an der Gelassenheit unserer Afrikanischer Begleiter, Thembi, Khusta und Simpewe, vielleicht sind wir aber auch langsam diesen Verkehrsmitteln gegenüber so abgestumpft, dass uns nichts mehr so leicht aus der Fassung bringen kann.
Am Eingang zum National Park zum Kap der guten Hoffnung erwarten uns übermäßig hohe Preise, die wir widerwillig bezahlen um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Schon auf dem Weg zum Parkplatz sehen wir, dass sich der Preis mehr als gelohnt hat. Die Aussicht ist der Wahnsinn und der Weg hinaus auf die Felsklippen wunderschön. Ein atemberaubender Ausblick bietet sich uns von dort aus auf den weiten Ozean. Wäre es nicht schon spät und kühl, hätte von uns mit Sicherheit niemand etwas gegen eine Runde im Wasser gehabt. Helle Sandstrände und türkisgrünes bis dunkelblaues Nass erstrecken sich in der Tiefe.
Zu schnell müssen wir unseren Rückweg antreten und fahren in einen orangeroten Sonnenuntergang, der sich über den Horizont erstreckt.
In Afrika dauert die Dämmerung nicht so lange an und es wird schneller dunkel. Manche müde Knochen schlafen dann ein und werden, wie heute der Fall, von einem lauten Aufschrei geweckt. Dank einem der Vollbremsung gleichenden Bremsen werden die Affen, die vor uns die Straße besiedeln, verschont. Ein ganzes Rudel überquert die Straße, rettet sich auf die Felsen am linken Straßenrand und wird von unserem Blitzlichthagel überschattet. Scheint ihnen aber nichts auszumachen – in einer Seelenruhe laufen sie auf den Felsen entlang. Auch eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Rücken können wir entdecken.
Nach einen spektakulären Wendemanöver, das unsere Glieder in eine Art Leichenstarre versetzt, können wir wieder weiter. (Die Straße war etwa so breit wie unser Bus lang, links Felsen, rechts Abgrund: wir wenden.....)
Bei Zoleka angekommen geht’s schnell ans Umziehen. Lange Unterhosen, 2 Paar Socken, Mütze, Schal und auf geht’s zu Lloyds Grillparty.
Als wir dort ankommen werden wir herzlichst empfangen und bekommen für unsere ausgehungerten Mägen erstmal ein paar Snacks (Kekse mit Dip zum Appetit anregen^^) Zum Essen gibt es nach längerem Warten Lamm und Hähnchen. Gegrillt, versteht sich. Spektakulär nur dies anzusehen und entzieht sich jeder Beschreibung. Nicht zu vergessen, es hat gut geschmeckt (für diejenigen, die sich getraut haben). Für Vegetarier hab es gegrillte Kartoffeln und Pilze.
Nun waren wir wieder gestärkt für gut Gespräche, Tillys Geburtstagsständchen, Straßentänze und Partyyy.
Nach Hause torkelnde Passanten hatten auch ihren Spaß bei uns und stellten unsere Tanzbemühungen in den Schatten. Als eine Oma auf der Straße herumhüpfte war es um uns geschehen. Unglaublich wie fit und vor allem lebendig es hier zugeht.
Leider waren wir selbst durch den ereignisreichen Tag nicht mehr so lebendig und machten uns bald schon auf den Heimweg ins Bettchen.
So schnell verging dieser Sonntag, viel zu schnell, wie die meisten Tage...
Hiermit möchte ich meine Familie und Freunde grüßen und alle die mich kennen :)
Verena M.
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