Donnerstag, 30. Juli 2009

Dienstag, 21.7. von Tillmann Haertel

Dienstag, der 21.7. von Tilli

Dienstag..., Dienstag... was war denn da? Dienstag... ah ja mir fällt was ein, aber nicht viel! Dienstag war der 21.07.2009. Dienstag war mein erster Tag in Tambo Village, der meiner Meinung nach viel zu früh begann. Nämlich fünf Stunden zu früh um 9:00 Uhr. Dienstag liefen wir nach anfänglichen Anlaufsschwierigkeiten, natürlich später als geplant, durch den Township zum Kindergarten. Dienstag war auch der erste Tag an dem ich den Stacheldrahtzaun um den Kindergarten herum sah, was den etwas zartbesaiteten Andreas besonders schockierte. Dienstag..., Dienstag mussten wir hauptsächlich versuchen uns zu konzentrieren damit wir nicht auf dem Jungle-Gym einschliefen, von dem aus wir dem Baumeister zuschauten, wie er das Haus baute. Dienstagabend war zumindest für mich nicht mehr viel, da der Tag mich sehr ermüdet hat. Dienstag wickelte ich mich nach dem Essen zum zweiten Mal in meinen Schlafsack ein.

Montag, 20.7. von Anna Schoenholzer

Montag, d. 20.7.09

Wie jeden Morgen mit südafrikanischer Verspätung starteten wir unseren morgendlichen Marsch durch das Township.
Von Anfang an halfen alle tatkräftig bei der Arbeit mit. Der Arbeitstag war kurz und anstrengend. Den Boden des neuen Gebäudes flach stampfen, (das sah sehr südafrikanisch aus, ein Pfahl bei dem unten ein Brett. angenagelt war), Beton (hier heißt das concret) mischen, Schaufeln und und und. Um 15.00 Uhr gingen alle sichtlich erschöpft nach Hause. Heute werden alle sehr gut schlafen. Zu Hause ging der Stress sofort los: Zimmer aufräumen oder vielleicht eher Bomben Explosion aufräumen.
Ahh ups! völlig unerwartet, dröhnende House Musik unterbricht uns in unserem motiviertem Aufräumen. Schon ging es wieder los mit unserem Party Minibus. Wir fuhren alle zum Flughafen und holen unsere Neuankömmlinge Anna, Andreas, Thaddäus und Tillmann ab.
Im Flughafen warten alle geduldig auf die versprochene Überraschung. Als die Tanzgruppe dann kam, um uns zur Begrüßung vorzutanzen, verbot eine Flughafenmitarbeiterin Ihnen zu tanzen. Nach einer langen Diskussion zwischen Zuleka und den Angestellten, die Zuleka erstaunlich gelassen nahm, durften sie schließlich fünf Minuten vor dem Flughafengebäugebäude tanzen. Die Tanzvorführung war einfach genial. Alle waren vom Rhythmus und von der Musik mitgerissen. Sogar die Flughafenmitarbeiter waren begeistert. Ich war nach der Vorführung einfach sprachlos=D. Vielen Dank an die Tanzgruppe. Als wir auf unseren Minibus warteten standen wir alle im Kreis und machten Spiele. Vom Flughafen sind wir zuerst nach Hause gefahren, um alles abzuladen. Mit prall gefülltem Minibus, ca. 20 Leute, fuhren wir in die Vangate Mall zu Debeners um Pizza zu essen.
So geht ein eindrücklicher Tag zu Ende

Gute Nacht=D

Sonntag, 19.7. von Verena und Susanne

19.07.2009

Ich mache die Augen auf und weiß, es ist Sonntag.
Warum? Es ist ein Tag an dem kein Tom unsere Schlafzimmertür öffnet, kein strenger Blick der sagen will: Aufstehen.
Trotzdem stehe ich an dem freien Tag früh auf, weil ich immer noch daran arbeite mein Duschkonzept zu perfektionieren. Eine Badewanne und ein Eimer heißes Wasser lassen viel Platz für Improvisation und Kreativität und diese Fähigkeit hat hier in Afrika Priorität.
Nach meinem zweiten Wascherlebnis, der Bewältigung des Berges der gestrigen Tafel, ist die Ankunft unseres persönlichen Partybusses nicht zu überhören. Obwohl die Frage nach dem tatsächlichen Besitz einer „driving licence“ des Fahrers immer lauter wird, erreichen wir bester Gesundheit und bester Laune Miuzenberg, einen malerischen Sandstrand. Sonne bei 25 Grad Celsius empfängt uns. (Selbst unsere neuen südafrikanischen Freunde fragen nach „a bit of suncreme to prevent dry skin“) Und einige Mutige unter uns wagen sogar den Sprung aufs Surfbrett. Das einzige Indiz, dass auf einen Wintertag hinweist, ist das eiskalte Wasser, welches selbst den Frost der einen oder anderen Nacht in Zolekas Haus überbietet.
Um 16:30 Uhr steigen wir ein in den Partybus und treten den Heimweg an mit neu eingelegter CD. Doch das ist nicht die letzte fahrt im Partybus an diesem Tag. Nach einer kurzen Pause vom Sonnenbaden müssen die fleißigen Arbeiter gefüttert werden. Ziel unseres heutigen Abends: Das Township „Gugulethu“, eine Partymeile, die sonntags Hochbetrieb hat.
Hier vergessen die Menschen ihren Alltag und stürzen sich auf feuchtfröhliche, unbeschwerte Stunden. Sehen und gesehen werden ist das Motto. Und eins ist sicher- wir als Touristen fallen auf in der tanzenden Menge.
Nachdem wir unser Fleisch bestellten (eine Alternative gibt es nicht) setzen wir uns an den Tisch. Doch Sitzen wird nicht toleriert. Die Partygäste tanzen überall und fordern auch uns auf die Musik in Bewegung umzuwandeln. So manch einer entpuppt sich als wahre Dancing Queen, andere wiederum bleiben bis zum Schluss hartnäckig auf ihren Stühlen sitzen.
Wie auch immer, zuhause angekommen war es für uns alle ein sehr erlebnisreicher Tag, mit vielen neuen Impressionen, die morgen weiter gesammelt werden.

Samstag, 18.7. von Rebecca Bracker

Das Schild, der Rest kommt noch... (südafrikanische Mentalität)

Wir wollten um 8 Uhr aufstehen, was aber nicht funktioniert hat. Mal wieder nicht. Aber irgendwie schafften wir es doch, dass alle um 9 Uhr ein bisschen verspätet mehr oder weniger aufbruchbereit sind, damit wir um 9 Uhr 20 losmarschieren können.
Auf der Baustelle angekommen, haben sich alle gleich total motiviert an die Arbeit gemacht, um das Fundament aufzuschütten. Aber es war um einiges schneller getan, da alle -Día, Eric, Susi, Verena, Daphne, Anna S., Felix, Tom, Khusta und ich- tatkräftig mitgeholfen haben. Die nächste Aufgabe sah am Anfang einfacher aus, als sich herausgestellt hat: Ein Schild aufzustellen kann wirklich kompliziert sein und benötigt die Kreativität von allen. Man musste schauen, wie wir die zu kurzen Schrauben länger machten, die nicht vorhandenen Löcher ohne Strom vorbohren und das Schild stabil im Boden verankern. Mit vielen Händen, unseren Köpfen und dem angezapften Strom von den Nachbarn stand das Schild dann doch noch. Während unseren verzweifelten Versuchen hat Eric seelenruhig seine Aufgabe zu Mauern 1A ausgefüllt.
Um 12 Uhr 30 haben wir uns dann schon auf den Heimweg gemacht, um uns noch für die Waterfront fertig zu machen. Überpünktlich kam unser Partybus, um uns dann verdammtschnell and der Waterfront ab zu setzten. Der Unterschied zum Township ist riesig, abgesehen davon, dass im Township und an der Waterfront das Leben pulsiert: Die Straßenkünstler an jeder Ecke versuchen ein paar Rand von den Touristen zu bekommen. Die Kulisse mit dem Tafelberg im Hintergrund ist wunderschön und die Musik, die überall ist gibt allen Rhythmus. Nachdem jeder mal im Internetcafé war, gegessen hat, Geld geholt hat und andere wichtige Sachen erledigt hat, haben wir noch einen kleinen Spaziergang im Sonnenuntergang entlang dem Meer vorbei am neuen Fußballstadium zu einem Strand gemacht, von dem alle mit riesengroßen wunderschönen Muscheln zurück gekommen sind. Ein Glück war es schon dunkel, sonst war es schon dunkel, sonst wären es noch mehr gewesen.
Bevor wir mit dem Taxi nach hause gedüst sind, haben wir noch schnell für die nächsten paar Tage Essen eingekauft. Wir sind dann zum Schluss und etwa 2 Stunden später als geplant nach hause gegangen, wo wir dann noch eine kleine Nachtschicht in der Küche eingelegt haben, um südafrikanische „Rusks“ zu backen. Sehr viel Improvisation war gefragt und beinahe hat der Ofen Feuer gefangen.
Ein langer und spannender Tag ging zu Ende.

Freitag, 17.7. von Felix Hohlmann

Wir starteten südafrikanisch in den Tag mit 30 Minuten Verspätung. Arbeitsbeginn war dann ca. 10 Uhr. Zunächst begannen alle außer Tom, die Erde auf dem Grundstück zu verteilen. Die Erde war keine Erde, wie man sie aus Deutschland oder Schweiz kennt sonder durchsetzt mit Müll und Wurzeln aller Art. Diese mussten beim Verteilen aussortiert werden. Tom, Eric und Día starteten damit, 3 Steinreihen für die Fundamentplatte zu mauern. Zur Mittagszeit wollten Susi und Verena Nudeln mit Tomatensoße kochen, wobei sich zuvor kein anderer gefunden hatte und die beiden uns allen versichert hatten, wir können nicht kochen. Keiner von uns zweifelte daran, dass sie Nudeln mit Tomatensoße hinbekommen würden. Die Tomatensoße war sehr gut, doch die Nudeln reichten leider nicht für alle, da ¾ von ihnen sich nach dem Abgießen im Blumenbeet wieder fanden und jeder Rettungsversuch misslang. Das vorhandene Essen wurde also geteilt und mit Brot ergänzt. Beim Essen haben wir beschlossen, dass wir keine weiteren Kochversuche im Kindergarten unternehmen werden, sondern dass in Zukunft Obst und Brot gegessen wird. Nach dem Essen wurde bis 15 Uhr weiter die Erde verteilt und gemauert. Am Abend kochte Zoleka und Siphiwe afrikanisch für uns. Sehr lecker!!! Die Gespräche, die den Tag beherrschten drehten sich um Verenas verlorenen, oder wie ich meinte verspäteten Koffer. Ich versuchte ihr zu erklären, dass in Südafrika alles etwas länger braucht.

Donnerstag, 16.7. von Daphne Daehler

Nachdem wir um 8 Uhr aufgestanden waren, um uns vor unserem ersten Arbeitstag mit Frühstück zu stärken, fuhren wir zusammen mit Zoleka zum Kindergarten indem wir die nächsten paar Wochen am Arbeiten sein werden. Unser südafrikanischer Bauleiter Eric und Hausmeister Día (Día im Gegensatz zu Eric kannten wir schon vom letzten Jahr) erwarteten uns schon, um uns die Anweisungen auf der Baustelle zu geben. Wir fingen damit an das Fundament fertig auszuheben und das herein geflossene Grundwasser auszuschöpfen. Als nächstes mischten wir den nötigen Beton (von Hand!!!). Plötzlich kam eine unerwartete Ladung Erde angefahren, die wir auf dem Grundstück verteilen sollten, um den Boden eben zu machen. Wie sich herausstellte brauchten wir hierfür einige Tage. Gegen halb vier begleitete uns Zoleka, Sohn Owo (1 Jahr) und Enkel Lolo (4 Jahre) uns zur Vangate Mall, wo wir Essen für den nächsten Tag kauften. Gleich danach sausten Zoleka, Tom und Felix zum Kapstädter Busbahnhof, um Rebecca (sie kam gerade aus Port Elisabeth, wo sie 3 Wochen auf der Farm ihrer Tante verbracht hatte) willkommen zu heißen. Als sie alle wieder zurück waren hatten Anna S. und ich (Daphne) schon fleißig das Abendessen gekocht gehabt. Mhhm fein, oder doch nicht? Naja, die Meinungen wurden verschwiegen. Nun kamen Pearl (Zolekas älteste Tochter, 27) und ihr Freund Loyd zur Tür hinein, um mit Tom Verena und Susanne vom Flughafen abzuholen. Leider war Verenas Gebäckstück irgendwo zwischen Deutschland und Südafrika stecken geblieben und nicht mit ihnen angekommen. So beendeten Anna S. und ich unseren ersten Arbeitstag im mir schon vertrauten Tambo Village.

Mittwoch, 15.7. von Tom Dembinski

Eine dreiviertel Stunde später als geplant fahren wir zur Baustelle, ganze 1000 Meter entfernt von Zolekas Haus. Einfach die belebte, Scherbenübersähte Tambo Avenue entlang Richtung Südpol. Das heutige Motto lautet „graben“. Der vermessene Graben für das Fundament der Küche muss Schaufinell ausgehoben werden. Das geht zwar an sich recht schnell, aber dadurch dass es fast die ganze Woche davor nur geregnet hat, steht der Wasserspiegel im Boden so hoch, dass es sich immer wieder in dem nur 40 cm tiefen Graben sammelt und die Rändern abröckeln. Insofern machen wir nur bis Mittag und hören dann auf, Laut Eric Zitutu dem angeheuerten Vorarbeiter würde das Wasser bis zum Folgetag schon wesentlich niedriger stehen. Wir sind also zeitig wieder bei Zoleka daheim und organisieren uns in den noch sehr leeren für uns freigeräumten Zimmern. Daphne und Anna kommen im Laufe des Nachmittags und verdoppeln die Zahl bereits anwesender Teilnehmer somit rational. Den Tag über haben wir noch zeit für uns. Abends lassen wir die Sau aus dem Sack ... Tokko schlägt vor ins Kino zu gehen, da heute Kinotag in einem Kino in der Waterfront-Mall sei. Khusta, Sipiye und eine Freundin Pumi sowie die etwas ruhige Minibuscrashastronaut Siya sind dabei. Der Film ist unsagbar einfältig und wir finden es sehr interessant wie man in diesem Land Filme gemacht werden. Wir fahren nachhause. In der Nacht in Kapstadt nach hause zu fahren gleicht einem Raketenstart. Um einen herum flitzen bunte Lichter vorbei, es rattert an allen Ecken und ist wahnsinnig laut, weil auf Anschlag gedrehte House-musik aus den Lautsprechern schallt, nein schießt, nein explodiert. Ich bezahle den netten Fahrer mit einen Fiepen in den Ohren und der Tag ist vorbei.